Preis der Gesellschaft für Toxikologie für Behandlungsansätze bei Darmkrebs

Bild von Dr. Philipp Demuth mit YT-Award-Urkunde
Dr. Philipp Demuth mit der Urkunde für den "Young Scientist Toxicology Award"

Bei der Fachtagung „German PharmTox Summit“ in Düsseldorf wurde Dr. Philipp Demuth mit dem renommierten „Young Scientist Toxicology Award“ der Gesellschaft für Toxikologie ausgezeichnet. Damit würdigt die Gesellschaft seine Forschungsarbeiten zu neuen pharmakologischen Ansätzen bei der Darmkrebstherapie, die im Rahmen seiner exzellenten Promotion in der Arbeitsgruppe von Prof. Jörg Fahrer am Fachbereich Chemie durchgeführt wurden.

Dr. Demuth beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit mit neuartigen pharmakologischen Strategien zur Behandlung von Darmkrebs. Dies ist eines der häufigsten Krebsleiden weltweit, an dem immer mehr junge Menschen erkranken. Trotz des medizinischen Fortschritts und der Entwicklung zielgerichteter biologischer Krebsmedikamente ist diese bösartige Erkrankung für gut zehn Prozent aller krebsbedingten Todesfälle in den westlichen Industrienationen verantwortlich.

Im Fokus seiner Arbeit standen nun der mitochondriale Stoffwechsel und die DNA-Schadensantwort als attraktive therapeutische Angriffspunkte in Darmkrebszellen. So konnte Dr. Demuth gemeinsam mit Dr. Carina Arnold zeigen, dass die Substanz Devimistat die Mitochondrien in Darmkrebszellen attackiert und so Zelltod auslöst, wohingegen gesunde Darmzellen verschont blieben. Weiterhin konnte demonstriert werden, dass Devimistat mit klinisch eingesetzten Zytostatika in verschiedenen Darmkrebsmodellen synergistisch wirkt. In einer weiteren Arbeit ist es Dr. Demuth gelungen, neue Leitstrukturen für pharmakologische Hemmstoffe des DNA-Reparaturproteins PARP-1 zu identifizieren. Die Wirkstoffkandidaten waren in der Lage, die Aktivität von PARP-1 in Darmkrebszellen effektiv zu hemmen, ohne dabei selbst toxisch zu wirken. Außerdem konnte er illustrieren, dass Darmkrebszellen mit einem Defekt eines bestimmten DNA-Reparaturweges durch die neuartigen PARP-Inhibitoren gegenüber der Zytostatika-Wirkung sensibilisiert wurden. Diese und weitere Forschungs-arbeiten hat Dr. Demuth in mehreren Publikationen veröffentlicht, was von der Gesellschaft für Toxikologie nun mit dem Young Scientist Toxicology Award gewürdigt wurde. Die Auszeichnung ist mit 2500 Euro dotiert.

Dr. Demuth ist mittlerweile bei der BASF SE als Laborleiter in der Experimentellen Toxikologie und Ökologie tätig. Dort arbeitet er mit seinem Team an der Entwicklung neuer Methoden als Alternative zum Tierversuch für die toxikologische Bewertung von Chemikalien. Hierzu werden Analysen des sogenannten Transkriptoms, also der Gesamtheit aller RNA-Moleküle einer Zelle, in menschlichen Zellkulturmodellen durchgeführt, und mit physiologisch basierten toxikokinetischen Modellen kombiniert. Mit diesem Ansatz soll zukünftig die systemische Toxizität von Chemikalien im Menschen vorhergesagt werden und so Tierversuche vermindert oder ersetzt werden.

Erfreulicherweise bleibt Dr. Demuth der RPTU als Dozent im Masterstudiengang Toxikologie am Fachbereich Chemie erhalten, den er selbst erfolgreich absolviert hat.

 

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Jörg Fahrer
Fachrichtung Lebensmittelchemie und Toxikologie / Fachbereich Chemie
Tel.: 0631 205-2974
E-Mail: joerg.fahrer@chem.rptu.de

 

Über die Deutsche Gesellschaft für Toxikologie (GT) Die Deutsche Gesellschaft für Toxikologie (GT) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Toxikologie im deutschsprachigen Raum. Sie fördert Forschung, Lehre und Weiterbildung in allen Bereichen der Toxikologie, stärkt den wissenschaftlichen Austausch und unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die GT setzt sich zudem für den Transfer toxikologischer Erkenntnisse in Politik, Behörden und Öffentlichkeit ein. Mit dem jährlich vergebenen Young Scientist Award würdigt sie herausragende Forschungsleistungen von Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Toxikologie.

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Dr. Philipp Demuth mit der Urkunde für den "Young Scientist Toxicology Award"