Auszeichnung für Nachwuchsforscher der Toxikologie 

 Preisverleihung an Moritz Kruchten (AK Kostka) durch Prof. Wim Wätjen
Preisverleihung an Moritz Kruchten (AK Kostka) durch Prof. Wim Wätjen
Verankerungsunabhängiges Wachstum von humanen Darmkrebszellen mit Bildung von Sphäroiden
Verankerungsunabhängiges Wachstum von humanen Darmkrebszellen mit Bildung von Sphäroiden
Wachstum einer einzelnen Darmkrebszelle zu einer großen Zellkolonie
Wachstum einer einzelnen Darmkrebszelle zu einer großen Zellkolonie

Im Rahmen des 11. German Pharm-Tox Summit in Düsseldorf wurde Moritz Kruchten mit dem Posterpreis des Arbeitskreises Gentoxizität und Kanzerogenese der Gesellschaft für Toxikologie (GT) ausgezeichnet. Herr Kruchten arbeitet als Doktorand in der Emmy Noether Nachwuchsgruppe von Dr. Tina Kostka in der Fachrichtung Lebensmittelchemie und Toxikologie. Sein Forschungsthema untersucht die Rolle der Hämoxygenase-1 bei der Dickdarmkrebsentstehung. 

 

Epidemiologische Studien zeigen, dass mit zunehmendem Verzehr von rotem Fleisch wie Rind- und Schweinefleisch das Risiko für Dickdarmkrebs steigt. Ein wichtiger Faktor dieser gesundheitsschädigenden Wirkung ist das Molekül Häm, welches im roten Muskelfleisch in hohen Mengen vorkommt und den Sauerstofftransport im Gewebe übernimmt. Bei übermäßigem Verzehr von rotem Fleisch kann Häm im Darm zu DNA-Schäden, Mutationen und Veränderungen des Mikrobioms führen; alles Mechanismen, die die Entstehung eines Tumors fördern können. Nichtsdestotrotz stellt rotes Fleisch eine ideale Eisenquelle für den Menschen dar, da das Häm-Molekül u.a. aus Eisen besteht. Damit der Körper das Eisen als essentielles Spurenelement nutzen kann, wird das Häm in den Darmzellen mittels des Proteins Hämoxygenase-1 (HO-1) abgebaut und Eisen freigesetzt. Damit stellt die HO-1 eine wichtige physiologische Schutzfunktion der Zellen gegenüber freiem Häm dar. Zusätzlich zum Abbau von Häm zu Eisen, scheint das Protein auch die Tumorentwicklung und Metastasenbildung beeinflussen zu können. Wie die HO-1 das Wachstum und die Entwicklung von Darmkrebszellen beeinflusst, ist bisher jedoch kaum bekannt. 

Die Promotionsarbeit von Moritz Kruchten untersucht einzelne Aspekte der Tumorentwicklung in gesunden Zellen und Tumorzellen, wobei das Vorkommen der HO-1 in den Zellen beeinflusst wird. Auf der Tagung präsentierte Herr Kruchten seine Ergebnisse nach chemischer Induktion der HO-1 und konzentrierte sich dabei auf das Wachstum, die Migration und spezifische Marker für den Prozess der Metastasierung. Ebenfalls zeigte er erste Ergebnisse mit genetisch veränderten Knockout-Zellen, die keine HO-1 bilden können. 

Das Forschungsprojekt von Herrn Kruchten ist ein Teil der Emmy Noether Nachwuchsgruppe von Dr. Tina Kostka, die im Exzellenzprogramm von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Die Nachwuchsgruppe befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten der Fleisch-assoziierten Dickdarmkrebsentstehung u.a. der HO-1, Häm und Nitritpökelsalz. 

 

Fragen beantwortet:

Dr. Tina Kostka

Fachrichtung Lebensmittelchemie und Toxikologie

Fachbereich Chemie


Tel.: 0631 205-3043

E-Mail: kostka@rptu.de

https:// https://chem.rptu.de/ags/ag-emmy-noether-gruppe 

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Wachstum einer einzelnen Darmkrebszelle zu einer großen Zellkolonie
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