F.R.I.T.Z.

Die Fourier-Transform-Ionen-Cyclotron-Resonanz-Massenspektrometrie (FT-ICR-MS) ist die vielleicht leistungsstärkste MS-Variante, die es zur Zeit gibt. Hohe Massenauflösung, lange Speicherzeiten, hohe obere Massengrenze und Kombinierbarkeit mit nahezu jeder beliebigen Art der Ionenproduktion erlauben einen vielseitigen Einsatz. Wir kombinieren ein kommerzielles FT-ICR-Gerät mit abgeschirmtem 7 Tesla-Magneten durch umfangreiche Umbauten, die wir in Eigenregie durchführen, mit einer Ionenweiche, die es erlaubt, bis zu drei verschiedene Ionenquellen parallel und ohne weitere Umbauten an diesem Gerät zu betreiben. Die Abkürzung "F.R.I.T.Z." steht in diesem Sinne für "Fouriertransform Reactive Investigation Test Zoo".

Vorhanden sind eine Elektrospray-Quelle (ESI), die bevorzugt für Übergangsmetallkomplexe und Biomoleküle eingesetzt wird, sowie eine Metallclusterquelle, die nach dem Prinzip der Laserverdampfung (LVAP) funktioniert. In Kombination mit gepulstem Düsenstrahl aus einem selbstgebauten Piezoventil heraus wird das Metalltarget mit dem Laser beschossen, wobei die gewünschten Ionen entstehen.

Als dritte Ionenquelle sind wechselweise eine Tröpfchenwerferquelle nach dem LILBID-Prinzip aus dem Arbeitskreis Brutschy (Frankfurt) vorgesehen und eine Clusteraggregationsquelle nach Freiburger Design (v.Issendorff / Haberland).

Weitere Ionenquellen und Projekte mit innovativem Charakter sind in der Diskussion.

Eine durch einen Heliumkryostaten gekühlte Hexapol-Ionenfalle mit Einlassoptionen für Stoß- und Reaktionsgase ermöglicht es, Ionen für eine beliebige Zeit zu speichern, zu kühlen und mit dem zugeführtem Reaktionsgas reagieren zu lassen. Damit können Reaktionskinetiken gemessen und kalte Ionen in die ICR-Zelle weitergeleitet werden.

Außerdem ist in FRITZ eine kalte ICR-Zelle mit weiteren Einlassoptionen für Gase verbaut.

Durch die Kopplung an zwei OPO/A Lasersysteme können die Ionen auch infrarotspektroskopisch untersucht werden.