Fachbereich Chemie

GUM: Auszeichnung

Gabriel Ackermann (links) und Dr. Max Carlsson. Foto: RPTU, AG Fahrer

Die Gesellschaft für Umwelt-Mutationsforschung (GUM) beschäftigt sich – im Zusammenhang mit dem Auftreten von Krebs – mit irreversiblen Schäden des Erbguts, sogenannten Mutationen. Bei der 34. GUM-Tagung wurden zwei wissenschaftliche Mitarbeiter aus der Arbeitsgruppe von Professor Jörg Fahrer am Fachbereich Chemie der RPTU für entsprechende Forschungsleistungen ausgezeichnet. Die Arbeitsgruppe untersucht schwerpunktmäßig die Entstehung von Darmkrebs, welche die dritthäufigste Krebsart in Deutschland darstellt, sowie die Mechanismen der Lebertoxizität ausgelöst durch Umwelt- und Nahrungsgifte. 

Dr. Max Carlsson erhielt den mit 1.000 Euro dotierten „GUM Young Scientist Award“, der herausragende Forschungsbeiträge von Nachwuchsforschenden in der Mutations- und Krebsforschung honoriert. Carlsson hat sich in seiner Postdoktorandenzeit mit den Mechanismen der Leberschädigung beschäftigt.

Bei seiner Forschung standen zwei Stoffklassen im Mittelpunkt: natürlich vorkommende pflanzliche Toxine und Nitrosamine, die als Verunreinigungen in Lebensmitteln und in Arzneimitteln enthalten sein können. Beide Stoffklassen verursachen Schäden an menschlichen Erbgut, der DNA. Insbesondere hat Carlsson dabei zelluläre Folgereaktionen wie die DNA-Schadensantwort und die Reparatur der DNA-Schäden charakterisiert sowie den Zelltodmechanismus in menschlichen Leberzellen im Detail beschrieben.

Gabriel Ackermann erhielt den mit 200 Euro dotierten Preis für den besten Kurzvortrag. Der Doktorand forscht zu Phenylpropenen, die ebenfalls toxische Wirkung in der Leber entfalten können. Diese Stoffe kommen natürlicherweise in Kräutern und Gewürzen vor – etwa in Basilikum, Estragon und Fenchel. Ackermann hat insbesondere die Verbindung Estragol untersucht.

In seinem Vortrag präsentierte er erste Ergebnisse. Der Doktorand hat anhand von menschlichen Leberzellmodellen erforscht, was beim Verstoffwechseln von Estragol passiert. Insbesondere konnte er sogenannte DNA-Addukte, alsochemisch veränderte DNA-Bausteine, nachweisen. Weiterhin hat er untersucht, durch welche Mechanismen diese DNA-Schäden in den Zellen erkannt werden und inwieweit die Zellen diese selbst beheben können.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Jörg Fahrer
Fachrichtung Lebensmittelchemie und Toxikologie / Fachbereich Chemie
Tel.: 0631 205-2974
E-Mail: joerg.fahrer@chem.rptu.de

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